Das Wappen von Pißdorf zeigt einen springenden Hund.

Im Dorfsiegel ist das Bild eines laufenden bzw. springenden Hundes enthalten. Ebenfalls war ein solcher Hund in plastischer Form auch über der Wetterfahne vom Kirchturm angebracht. Siehe Foto.

Aus eingesehener Literatur, aus Urkunden und so weiter hat sich bisher nicht nachweisen lassen, welche ehemalige Symbolik bestanden haben mag. Ältere Einwohner deuten auf einen möglichen Zusammenhang mit der früher stark vertretenen Familie Hund hin, auch auf einen angeblich einmal bestandenen Hundezwinger, schließlich auf großes Hundegekläff beim Durchzug des Köthener Fürsten durch Pißdorf zur Jagd. Ein ehemaliger Pißdorfer Pfarrer neigt zu einer Deutung, über die wie folgt zu berichten ist:

Während die christlichen Kirchen in der Mehrzahl das Kreuz als den Inbegriff des christlichen Glaubens auf ihren Türmen tragen, begegnet man zuweilen auch dem Hahn. Man mag ihn als Wetterhahn aufgesetzt haben, vielleicht auch als Zeichen und Mahnung der Wachsamkeit. Möglich ist dabei die Anlehnung an die bekannten Bibelworte “ Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen”.

Pißdorf hatte sich der von der lutherischen Kirche abgetrennten reformierten Kirche zugänglich gezeigt. Bei dieser Absonderung kann auch eine Abkehr von den Symbolen des Kreuzes und des Hahnes erfolgt sein. Man wählte den Hund, weil dieser ähnlich wie der Hahn die Wachsamkeit verkörpern kann. Das Symbol des Hundes auf der Kirchturmspitze ist dann auch in das Ortssiegel aufgenommen worden.