Der Kirchturm

Von ihm weiß das Kirchenbuch nur zu melden, dass er viele Jahrhunderte alt sein kann und mehrmals erneuert worden ist. Eine solche Erneuerung erfolgte im Jahre 1753, „weil der Turm schadhaft war, auch nicht so hoch und schön. Hierbei wurde er mit Schiefer gedeckt.“

Für das Jahr 1788 ist registriert, dass der Turm neu berappt, das heißt mit Putz beworfen, aber nicht geglättet wurde. Und weiter:

„Weil der Knopf, der auf dem vorigen Turm gestanden hat, zu dem jetzigen zu klein erschien, so wurde ein neuer Knopf gemacht, der doppelt so groß war wie der alte; dazu auch eine neue Wetterfahne.“

Mit dem Knopf ist die vergoldete Kugel auf der Turmspitze gemeint. Für das Jahr 1791, das hinsichtlich des Kirchenumbaues ein besonders bedeutsames war, wird „der Bau eines Turmes, so wie er auf der Mauer steht“, gemeldet. Das ist der Turm, wie wir ihm jetzt begegnen. Uber ihn ist folgendes zu sagen:

Er ist aus Bruchsteinen hergestellt und ohne Verputz geblieben. Man machte ihn mit dem Kirchenschiff bündig und verzichtete auf einen baulichen Verband, das heißt auf eine Steinverzahnung zwischen Turm und Schiff. Der Turm weist rechteckigen Querschnitt mit etwa 10 m Breite und etwa 6 m Tiefe auf. Das Bruchsteinmauerwerk schließt in seiner Höhe von etwa 13 m mit dem jetzigen Glockenraum ab. Zu diesem Raum gelangt man über einen hölzernen Treppenaufgang, der sich an die nördliche Turminnenwand anlehnt. Früher war der Turm, so kann man aus der Dachstuhlkonstruktion schließen, durch ein hölzernes, mit Schiefer bedecktes Walmdach abgeschlossen.

Bei dem großen Umbau im Jahre 1791 ist auf den Dachstuhl die große, im Ubergang vom Spätbarock- zum Rokokostil gehaltene Laterne aufgesetzt worden.

Die Laterne, die in einer Höhe von etwa 21 m endete, hatte schließlich einen etwa 4 m hohen Aufsatz mit Wetterfahne.

Alte Postkarte

Foto 2005